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Deutsche Automobilhersteller demonstrieren: Laden mit dem Combined Charging System ist Wirklichkeit.

29.10.2013

Die Initiative Ladeschnittstelle, eine Kooperation von Audi, BMW, Daimler, Porsche und Volkswagen, hat in den letzten Jahren in enger Abstimmung mit amerikanischen Automobilherstellern die Entwicklung des Combined Charging System zu einem offenen und universellen Ladesystem für Elektrofahrzeuge maßgeblich vorangetrieben. Mit der Leitung der Geschäftsstelle der Initiative verantwortet Carmeq die Koordination der herstellerübergreifenden Entwicklung und Standardisierung. 

Dem Tenor „Das Combined Charging System ist marktreif“ folgend, wurden das technische Design und der Grad der Standardisierung auf diversen Messen und Konferenzen einem internationalen Publikum vorgestellt. Die ersten serienreifen Elektrofahrzeuge mit implementiertem Combined Charging System wurden bereits auf der IAA 2013 vorgestellt. Damit ist das System im Markt und für die Kunden verfügbar. Für den Kunden ergibt sich mit dem Combined Charging System ein Komfortgewinn: Das Elektrofahrzeug kann an allen Ladestationen unabhängig von Stromquelle und angebotener Ladegeschwindigkeit laden. Das Combined Charging System erweitert so die vielfältig vorhandenen regionalen Lösungen und beschleunigt die weltweite Markteinführung von Elektrofahrzeugen. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben: Alle das System betreffende Aspekte, wie Sicherheit, Kommunikation, Ladetopologie und Stecker, sind über nationale und internationale Standards validiert. Somit ist sichergestellt, dass ein reifer und stabiler Standard in den Fahrzeugen implementiert ist. 

Das Combined Charging System verfolgt das Ziel einer unbegrenzten, globalen E-Mobilität. Dabei setzt die Ausgestaltung des Systems auf bewährte Technik, die in ihren Funktionalitäten nahtlos integriert und erweitert wurde. Dem entsprechend erweitert das System den existierenden technischen Standard für das Wechselspannungsladen von Elektrofahrzeugen (über Typ-2-Stecker) um die Fähigkeit zum Schnellladen (über Combo-2-Stecker). Die erforderliche Ladezeit für das Laden der Batterie kann beim Gleichspannungsladen mit hoher Leistung weniger als 30 Minuten betragen. 

Fahrzeugseitig benötigt das Combined Charging System lediglich eine kompakte, universelle Schnittstelle, über die alle verfügbaren Ladeoptionen, Wechsel- als auch Gleichstromladen, bedient werden können. Das Combined Charging System schafft damit einen einheitlichen Standard mit gleichem elektrischem System und mechanischem Bauraum, gleicher Ladesteuerung und gleichen Sicherheitsvorrichtungen. Darüber hinaus maximiert das Systeme durch eine einheitliche Breitbandkommunikation, die unabhängig vom Einsatzort des Ladesystems und somit weltweit funktioniert, die Fähigkeit der Integration in zukünftige Smart Grids. 

Stand in den letzten Jahren die Ausgestaltung des technischen Designs im Fokus der Entwicklung, geht es nun um die Sicherstellung des notwendigen Infrastrukturaufbaus. Die zügige Ausstattung des öffentlich zugänglichen Raums mit einem einheitlichen Schnellladesystem kann zu noch mehr Kundenakzeptanz bei der Elektromobilität beitragen. Mit Hilfe einer Schnellladeinfrastruktur lässt sich nicht nur die Ladezeit drastisch reduzieren, sondern auch die Reichweite von Elektrofahrzeugen deutlich ausweiten. Mit der Einweihung der ersten öffentlichen Combo-DC-Schnellladesäulen sind auch auf der Infrastrukturseite erste Erfolge sichtbar. 

Der dem Combined Charging System zugrunde liegende ganzheitliche Systemansatz wurde bereits Anfang des Jahres von der Europäischen Kommission in einer Direktive gewürdigt, wonach Wechselstromladen über Typ-2-Stecker und Gleichstromladen über Combo-2 Stecker als europäischer Ladestandard zu berücksichtigen sind. Auch die Auszeichnung des Combined Charging System mit dem eCarTec-Award 2012, dem Bayerischen Staatspreis für Elektromobilität, sowie die Anerkennung des Combined Charging System durch die ACEA, bis 2017 auf den Combo-2 umzusteigen, unterstreicht die Innovationskraft, Zukunftsfähigkeit und internationale Bedeutung dieses universellen Ladesystems. 

Wie die Zukunft des Ladens von Elektroautos im Zeichen des Combined Charging System aussehen wird, war vom 16. – 17. Oktober auf dem VDI-Kongress „Elektronik im Fahrzeug“ zu erleben. Auf dem Gemeinschaftsstand der deutschen Automobilhersteller Audi, BMW, Daimler, Porsche und VW wurde an realen Ladesäulen und Fahrzeugen die Bandbreite der Anwendbarkeit des Combined Charging Systems präsentiert. Darüber hinaus konnte das Combined Charging System auch im Rahmen eines Fahrevents durch Baden-Baden mit Stopps an Ladesäulen unterwegs hautnah erlebt werden. 

Über Carmeq 

Software für die Fahrzeugelektronik ist seit Gründung der Carmeq GmbH im Jahr 2002 das Kerngeschäft. Als Berater, Projektmanager und Entwickler erschließen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Carmeq aktuelle Trends und begleiten Kunden durch alle Umsetzungsphasen für neue Lösungen – von der Erstellung technischer Konzepte bis zur praktischen Realisierung. Dabei setzt Carmeq auf neueste Technologien und Methoden. 

Carmeq ist ein Unternehmen im Volkswagen Konzern und arbeitet für die internationale Automobil- und Zulieferindustrie. 

Carmeq mit der Initiative Ladeschnittstelle beim Kongress „Elektronik im Fahrzeug“ in Baden-Baden v. l.: Cornel Pampu, Peter Behrendt (Geschäftsführer), Henning Harbs

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